Ester Vonplon – Flügelschlag
Im Rahmen von Photographic Encounters 2024–2025
In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sich die Schweizer Fotografin Ester Vonplon (*1980) mit ihrer natürlichen Umgebung. Dabei interessiert sie sich weniger für die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Landschaft, welche immer deutlicher sichtbar werden, als viel mehr für die Orte, die – vermeintlich – noch intakt und unberührt sind. Im Wissen um die Fragilität dieser Ökosysteme hegt sie den Wunsch, die Natur fotografisch festzuhalten, bevor diese aufgrund klimatischer Veränderungen und menschlichen Eingreifens möglicherweise bald verschwindet. Sie bezeichnet ihre Bilder deshalb als Memento mori, welche die Verletzlichkeit und damit auch die Vergänglichkeit der Natur verdeutlichen.
Für ihre aktuellen Serien arbeitet die Künstlerin an unterschiedlichen Orten im Kanton Graubünden in der Schweiz; im Uaul Scatlè, einem von steilen Felsbändern umgebenen Fichtenurwald, im Val Curciusa, einem alpinen Hochtal, und in der Auenlandschaft Ogna da Pardiala. Vonplon dokumentiert die Landschaften und natürlichen Fundstücke, die sie dort vorfindet, mittels unterschiedlicher Methoden, die sie in den letzten Jahren entwickelt hat.
Der fortlaufende Werkkörper Flügelschlag umfasst Fotogramme von Pflanzen, Tieren, Pilzen und Steinen, für die die Fotografin ein Fotopapier der Marke Cellofix einsetzt, welches Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland produziert und bereits damals für seine Qualität und Langlebigkeit geschätzt wurde. Das Papier, welches Vonplon verwendet, wurde über hundert Jahre lang in lichtdichten Kartonboxen gelagert und vergessen. Nun hinterlässt Vonplons Sammlung unscheinbarer Fundstücke dank langer Belichtungszeit ihre Spuren auf dem lichtempfindlichen Papier.
- Veranstalter
- Fotomuseum Winterthur
- Wann?
- 17.03.2026-13.06.2026
